Die Kunst der Inszenierung

POS Ladenbau
Ausgabe 4
Juli 2009

Erfolgreiche Shop-in-Shop-Systeme grenzen die Marke zum Wettbewerb ab und schaffen gleichzeitig für den Kunden Erlebniswelten.

An ein Shop-in-Shop-System werden viele Anforderungen gestellt; denn die Konkurrenz ist nicht nur am Point of sale, sondern auch online groß. Das klare Ziel: Einkaufen muss zum Erlebnis werden und dies auch bleiben. Bei der Vielzahl an Geschäften und Marken ist eine deutliche Abgrenzung zur Konkurrenz wichtig. Die Präsentationen einer Marke, ob in einem Mono Brand Store, Flagshipstore oder auf der Verkaufsfläche neben anderen Marken, muss authentisch, emotional und erlebbar sein. Da Kaufentscheidungen vor allem spontan und emotional erfolgen, ist der Wiedererkennungseffekt elementar. Vor diesem Hintergrund ist die Analyse der Marke und deren Herkunft der Start zu einer erfolgreichen Präsentationen am POS. Authentizität und Wiedererkennungseffekt grenzen die Marke zum Wettbewerb ab und schaffen gleichzeitig für den Kunden eine Erlebniswelt.  Oftmals verspürt der Handel mehr Konkurrenz durch den anhaltenden und steigenden Trend im Online-Shopping-Bereich als durch stationäre Konkurrenz. Gründe hierfür sind neben hoher zeitlicher Flexibilität auch der Kostenfaktor Informationen zu Produkten und deren Funktionen entweder im stationären Handler oder liest in Foren nach. Um diesem Kaufverhalten entgegenzuwirken, ist es unumgänglich, dass neben angemessenem Service ein Einkaufserlebnis entsteht. Der Käufer muss emotional angesprochen werden und einen deutlichen Mehrwert verspüren, gerade in diesem Geschäft einzukaufen und auch wiederkehren zu wollen.

Ziele von Shop-in-Shop-Systemen

Der heutige hybride Konsument möchte begeistert werden, sich während des Einkaufswohlfühlen und mit allen Sinnen erleben. Markentreue wird nur dann erreicht, wenn Kunden von dem Gesamtkonzept überzeugt sind und einen deutlichen Mehrwert gibt es laut des Patent- und Markenamtes 780 000 Marken und jährlich kommen ca. 1500 neue Artikel hinzu. Hiervon landet jedoch nur ein geringer Prozentsatz von Artikeln im Warenkorb der Konsumenten. Um hier in das Blickfeld des Käufers zu gelangen, braucht es neuartige Fertigungsverfahren und innovative Werkstoffe. Neben hoher Funktionalität und Nachhaltigkeit ist vor allem der Innovationscharakter ausschlaggebend. Auf der Suche nach neuen Wegen der Gestaltung stellt sich unweigerlich auch die Frage nach neuen, außergewöhnliche Materialien.

Für den modernen Designer oder Architekten ist es ein Muss, sich permanent über innovative Werkstoffe und Fertigungsverfahren zu informieren, um diese effizient in die Planung miteinfließen zu lassen. Hier sind Ideen keine Grenzen gesetzt, erlaubt ist, was physikalische Gesetze und das vorgegebene Budget zulassen. Abgesehen von einer perfekten Erlebniswelt für den Konsumenten ist es ebenso wichtig, die Bedürfnisse des Handels nicht zu vergessen. Neben Kostenfaktoren spielt hier die Aktualität des Shops mit saisonalen Veränderungen eine wichtige Rolle. Ex ist keine Seltenheit, dass im Jahr bis zu zwölf Kollektionen in den Handel kommen. Den Kunden wird somit ständig frische, aktuelle Ware präsentiert. Nicht mit jeder neuen Saison kann ein komplett neues Shop-System umgesetzt werden. Hier muss ein schneller und einfacher Tausch von wenigen Elementen einen neuen Look, passend zur neuen Kollektionen ermöglichen.

Sport Münzinger – Lifestyle-Shop-Konzept

Auf diesem Anspruch basierend, wurde für das Traditionshaus Sport Münzinger ein Lifestyle-Shop-Konzept umgesetzt. Die neue und moderne Verkaufsfläche des Sporthauses, zeigt eine optimale Präsentation verschiedener Marken unter einem Dach. Dank der Flexibilität des Shop Systems kann sowohl die Unternehmens-Identität von Sport Münzinger als auch die der verschiedenen Marken perfekt präsentiert werden. Ziel der Planung war von Anfang an die ganzheitliche und hochwertige Darstellung unterschiedlicher Marken in einem Gesamtentwurf. In Anlehnung an das Firmen-Logo wurde ein Shop-Konzept entwickelt, das die Identität und die Herkunft des Traditionshauses zeigt. Alle verwendeten Formelemente greifen dies speziell auf und sind im Gesamtkonzept wiederzufinden.

Flexibilität wird hierbei großgeschrieben und so entsteht ein Rückwandsystem in welches nach Bedarf, verschiedene Display-Elemente eingehängt werden können. Kleiderstangen, filigrane Regale aus gekantetem Stahlblech oder der Einsatz von Magnetgrafiken ermöglichen eine perfekte und individuelle Produktdarstellung. Im Handumdrehen wird das Shop-Konzept zur gleichzeitigen Präsentationsfläche für T-Shirts, Accessoires und Schuhe verschiedener Top-Marken unter den gestalterischen Aspekten des Sporthauses.

Innovationscharakter stellen die bequemen Gel-Auflagen für die Sitzbänke dar. Diese laden nicht nur optisch zur Anprobe von Schuhen ein, sondern zeigen ein neuartiges Material, das in dieser Form so noch nicht eingesetzt wurde. Dieses Material zeichnet sich neben seiner flexiblen Produkteigenschaften auch durch ökologische Nachhaltigkeit aus. Das komplette Shopsystem ermöglicht eine visuelle Abgrenzung der einzelnen Brands auf der Verkaufsfläche und zeigt einen authentischen Markenauftritt unter dem bewährten Image des Traditionshauses.  Dies ist enorm wichtig, da zunehmend viele internationale Marken verstärkt auf Mono Brand Stores setzen, die neben höheren Verkaufszahlen auch eine bessere Inszenierung der Marke ermöglichen. Das gesamte Portfolio wird in einem harmonischen Umfeld präsentiert. So entsteht ein einheitliches Markenimage und eine starke Bindung zur Marke wird erreicht.

Kettler POS Flächenkonzept –  Flexibilität als Anspruch

Ein weiteres Beispiel für hohen Anspruch und  Flexibilität stellt das POS-Flächenkonzept für die Heinz Kettler GmbH & Co. KG dar. Basis dieses Shop Konzeptes sind klare Linien, die individuell für jede Fläche angepasst werden können.  Dank des flexiblen Baukastensystems bietet das Shop System auf sehr kleinen Flächen von nur wenigen Quadratmetern  bis hin zu einer kompletten Etagenfläche die perfekte Warenpräsentation der Kettler-Produkte. Mit dieser individuellen Gestaltungsmöglichkeit, können Produkte übersichtlich dargestellt werden und ermöglichen so eine hohe Flächenrentabilität. Elemente wie Highlight-Podeste, Regal-Banner und verschiedenste Displays geben dem Handel die Möglichkeit einer idealen Verkaufsflächen-Gestaltung, die den Verkauf aktiv unterstützen.

Mit dem einheitlichen Branding der einzelnen Warenträger wird eine authentische  Firmenpräsentation und Abgrenzung zur Konkurrenz erreicht. Kundeninteraktivität wird durch Info-Monitore erzielt, die mittels Touchscreen-Funktion durch die gesamte Produktpalette führen und sich optisch in das Gesamtkonzept einbinden.

Zukunftsbilder

Für den Handel sind Emotionalisierung und das Schaffen von Erlebniswelten keine Neuheiten mehr. Die Kunden sind verwöhnt durch das immer Neue und Extreme. Hier ist es wichtig, die Zielgruppe genau zu definieren und die Marke in diesem Rahmen authentisch darzustellen.  Die Herausforderung für eine perfekte Produktinszenierung ist die genaue Definition der Marke, der Zielgruppe und des Handels. Erst wenn diese Komponenten klar festgelegt sind, kann eine Erlebniswelt geschaffen werden, die nicht nur durch das offensichtliche und überdimensionierten beeindruckt, sondern mit Details, die im Kopf bleiben und eine Markenzugehörigkeit schaffen.

JAROMIN HECKER
managing director + founder

Der Autor:
Jaromir Hecker ist seit 1992 Geschäftsführer
der Design- und Planungsagentur Heckhaus
in München.

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